Dienstag, 16. Oktober 2012

Der besorgte Bürger oder der unvorsichtige Cacher

Als ich am Montagnachmittag einen Freund in Herrensohr besuchte, erzählte er mir sogleich bei einem Kaffee und einer Zigarette von einem Erlebnis am Vormittag.

Er wollte zur Arbeit fahren. Den üblichen Weg, allerdings kam er nicht so weit.
Er erzählte von einer Straßensperre, mehrerer Einsatzfahrzeuge, sowie einem weißen Van, die auf einem Wiesenstück parkten. Seltsame Männer in Feldjacken und Handschuhen entschlüpften dem Van.

Ich war sofort hellhörig.
"Wo war das?2 wollte ich wissen.
"Na den Berg hoch, da an der Ecke, wo die Lore steht", bekam ich als Antwort.
Mir wurde etwas mulmig. Das war doch eben jene Lore, an der ich vergangenen Mittwoch noch am späten Abend noch einen neuen Tradi gefunden hatte.

Meine Reaktion war: "Da wird doch nicht ein besorgter Bürger...."

Gestern Mittag konnte ich dann anhand einer Note zum entsprechenden lesen:
"Da hat ein besorgter Bürger...und zwar am Morgen einen Unbekannten dabei beobachtet, wie dieser einen Gegenstand unter der Lore plazierte.
3 Einsatzwagen des LPP, sowie der Kampfmittelräumdienst rückten aus, haben das "Ding"durchleuchtet und dann von Amtswegen gemuggelt.

Ich sehe sowas immer mit gemischten Gefühlen. Einerseits verstehe ich den Anwohner nicht so ganz, weil diese Ecke so ganz sicher kein attraktives Ziel für Terroristen sein könnte, aber vielleicht spielt ja noch die Erinnerung eine Rolle, dass ja mal einer der Sauerlandgruppe kurzzeitig in Herrensohr wohnte.
Andererseits meide ich solche Caches am Tage, wie ein Vampir das Sonnenlicht.
Auch nachts bleibt bei mir die Taschenlampe in Wohngebieten aus, da wird halt getastet.

Hoffen wir mal, dass das Ganze für den Owner ohne Folgen bleibt.

Mich würde interessieren: Wie geht Ihr mit Caches in Wohngebieten um?

Bis dahin eine schöne Woche

Dirk

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich habe mich schon vor einiger Zeit entschlossen das cachen in Wohngebieten auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn mir der Platz nicht zusagt, ich mich z.B. zu beobachtet fühle, dann suche auch nicht.
    Damit kann ich sehr gut leben und von einer Bereinigung der Homezone habe ich mich auch schon vor Jahren verabschiedet. ;)

    viele Grüße
    Andy

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  2. Nachdem ich vor einiger Zeit auch mal eine Erfahrung mit einem Anwohner hatte, würde ich inzwischen relativ offensiv mit unserem Hobby umgehen und ggf. das Gespräch suchen, wenn ich merke, dass ich beobachtet worden bin.

    (http://www.daslangesuchen.de/20110415126/Geocaching/Am-Rande/ihr-nehmt-doch-alle-drogen)

    Würde ich selbst einen innerstädtischen Cache legen, würde ich nach Möglichkeit ein transparentes Behältnis nehmen (L&L-Dose, oder Petling) und vernünftig mit Kontaktmöglichkeiten beschriften.

    Alles andere würde inzwischen aus meiner Sicht dem Hobby schaden.

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    1. Die Frage ist, ob man eine Chance bekommt, sich zu rechtfertigen.

      Man merkt doch nicht wirklich, dass man von hinter den Gardinen beobachtet wurde, und der Anwohner, der Dich für einen Terroristen, wird wohl kaum das Gespräch mit Dir suchen...

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  3. Wir hatten mal in Paris die Arme auf dem Rücken (nicht freiwillig), weil wir wohl etwas sorglos gesucht hatten.
    Eine Erklärung und eine Inaugenscheinnahme hat den freundlichen Surete-Beamten jedoch genügt und wir konnten weiterziehen UND den Cache wieder verstecken.
    Offenbar gibt es in der Stadt der Liebe wichigere Probleme als ein verstecktes Filmdöschen in Sichtweite des Arc de Triomph.

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  4. Was heißt denn "unvorsichtige Cacher"?

    Wenn eine Dose an einem ungeeigneten Ort liegt, können alle Cacher noch so vorsichtig an die Sache rangehen, es wird irgendwann mal das passieren, was oben beschrieben wurde...

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